Worms

Worms

Insasse(n)/Inhaftierte(r)

Tretter, Peter [zu den Details] Nachname ist wahrscheinlich Tretter, da heute in Worms vorkommend

Informationen

Worms ist eine kreisfreie Stadt im südöstlichen Rheinland-Pfalz und liegt direkt am westlichen Rheinufer. Worms liegt im Ostteil von Rheinland-Pfalz in der Oberrheinischen Tiefebene. Es befindet sich im Südostteil der Region Rheinhessen zwischen Mainz im Norden und Ludwigshafen im Süden am linken, westlichen Rheinufer. Im nördlichen Stadtgebiet mündet die Pfrimm in den Rhein, die südlichen Stadtteile werden vom auch in diesen Strom mündenden Eisbach (hier auch Altbach genannt) durchflossen. Im äußersten Südosten der Stadt verläuft der Unterlauf des Eckbachs, der ebenfalls in den Rhein fließt. Im Südwesten, 15 km entfernt, liegen die Ausläufer des Pfälzerwalds, im Westen die Hügellandschaft des Wonnegaus, jenseits des Rheins schließt sich an die Ebene der hessische Teil des Odenwalds an.

Eine herausragende Stellung nahm die jüdische Gemeinde ein, die im Mittelalter und in der frühen Neuzeit eine der bedeutendsten im Reich war und zusammen mit der jüdischen Gemeinde von Mainz und Speyer die sogenannten SCHUM-Städte bildete. Ab etwa 960 in Worms belegt, genossen die jüdischen Kaufleute in Worms, die besonders im Fernhandel tätig waren, seit dem 11. Jahrhundert kaiserliche Zollfreiheiten und wie die Juden in Speyer Handelsfreiheit im ganzen Reichsgebiet. In Worms entstand eine berühmte Talmudschule, die auch der bedeutende französische jüdische Gelehrte Raschi besuchte. Eine Synagoge wurde 1034 eingeweiht, der noch erhaltene jüdische Friedhof, der älteste in Europa, besteht mindestens seit 1058/59. Trotz ihrer privilegierten Stellung, wurden 1096, als das Kreuzfahrerheer des ersten Kreuzzuges Worms erreichte, alle Juden ermordet, die sich nicht der Zwangstaufe unterzogen oder den Selbstmord der Zwangstaufe vorzogen. Nachdem der kaiserliche Schutz wiederhergestellt war, siedelten sich in Worms erneut Juden an, den Zwangsgetauften wurde die Rückkehr zum Judentum gestattet. Während des zweiten Kreuzzuges konnten sich die Wormser Juden rechtzeitig in Sicherheit bringen.

Im späteren 12. Jahrhundert wurde eine neue Synagoge errichtet und ausgebaut. Im 13. Jahrhundert begann die Bedeutung der jüdischen Gelehrten Worms’ abzunehmen. Erhalten geblieben ist ein Gebetbuch, das Wormser Machsor von 1272, das auch das älteste schriftliche Zeugnis in jiddischer Sprache enthält. Zur Zeit der großen Pest wurde die jüdischen Gemeinde in Worms 1349 vernichtet, im Mai 1353 wurde Juden die Ansiedlung in Worms im Interesse des „Stadtwohls“ wieder gestattet, Grundbesitz war ihnen fortan jedoch verboten und die jüdische Gemeinde erreichte ihre frühere Bedeutung nie mehr.

Im Jahr 1615 flohen die Juden erneut aus der Stadt, konnten im folgenden Jahr jedoch zurückkehren. Das Judenviertel bestand aus der parallel zur Stadtmauer verlaufenden großen Judengasse und der nach Süden abzweigenden hinteren Judengasse und war für seine engen Wohnverhältnisse berüchtigt. Zehn Jahre nachdem die Franzosen 1689 Worms in Schutt und Asche gelegt hatten, entstand wiederum eine jüdische Gemeinde in der Stadt, die aber nicht mehr zu den bedeutenden jüdischen Gemeinden Deutschlands gehörte.

Im 19. Jahrhundert lebten etwa 800 Juden in Worms, die 1848 die bürgerliche Gleichstellung mit den Christen erlangten, und im gleichen Jahr wurde mit Ferdinand Eberstadt ein Jude zum Bürgermeister der Stadt gewählt. 1933 zählte die Stadt gut 1000 Juden, die mehrheitlich nach dem Machtantritt der Nazis wegzogen und teilweise emigrierten. Die alte Synagoge wurde im November 1938 in der sogenannten Kristallnacht weitgehend zerstört, der alte jüdische Friedhof Heiliger Sand blieb jedoch erhalten. Die in Worms verbliebenen rund 300 Juden wurden in Konzentrationslager deportiert, die nur wenige von ihnen überlebten. Die der alten Synagoge gegenüberliegende Levy‘sche Synagoge (auch Neue Synagoge) von 1875 überstand zwar die Kristallnacht weitgehend unbeschädigt, sie wurde aber 1945 bei einem der Fliegerangriffe auf Worms schwer beschädigt und 1947 abgebrochen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges lebten in der Stadt wieder vereinzelt Juden, es gab aber kein jüdisches Gemeindeleben mehr. Die alte Synagoge wurde vom Staat von 1958 bis 1961 wiederaufgebaut, 1982 wurde das jüdische Museum im Raschi-Haus eröffnet, dessen Kellergewölbe aus dem 14. Jahrhundert stammen. Anfang des 21. Jahrhunderts leben in Worms mehr als hundert Juden, größtenteils Einwanderer aus der früheren Sowjetunion, die Mitglieder der jüdischen Gemeinde in Mainz sind.

Quellen und Links

Quelle: Wikipedia
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