Kurt-Faber-Haus

Das Kurt-Faber-Haus

Bergstraße 1 (heute Gaststätte ‚Zwockelsbrücke‘)
Das Haus war bereits vor 1933 Versammlungsstätte der NSDAP und aller NS-Unterorganisationen.

  • 20. Januar 1933 Reichstagsabgeordneter Claus Selzer
  • 30. Januar 1933 Fackelzug durch die Stadt mit SA, SS, HJ, NSBO
  • 26. Februar 1933 Weihe der Betriebsfahnen der Zellen IBAG, Hoffmann und Engelmann
  • 25. März 1933 Kundgebung des Nationalsozialistischen Schülerbundes
  • 28. März 1933 Frauenversammlung
  • von 1937 – 1990 war es Sitz des „Roten Kreuzes“

Kurt Faber, geboren in Mühlhausen im Elsaß, aufgewachsen in Lambrecht als Sohn pfälzischer Eltern, Autor vieler Reisebücher und Erzählungen („1001 Abenteuer“). Als Weltenbummler und Abenteurer war er über 30 Jahre auf Schatzsuche und handelte mit Fellen. Er starb im Herbst 1929 mit 50 Jahren einsam in Alaska. Er wurde von den Nazis wohl wegen seiner Popularität vereinnahmt.

Das Kurt-Faber-Haus

Das Kurt-Faber-Haus

Ausriss Sauer-Chronik

Ausriss Sauer-Chronik

Ausriss aus Buch "Die Westmark"

Ausriss aus Buch „Die Westmark“

Dokumente zum Download

Ausriss aus „Chronik von 1933“ von Heinrich Maria Sauer

Historischer Kontext

Kurt Faber – ein Abenteurer
Kurt Faber (* 6. Dezember 1883 in Mülhausen; Elsass; † Winter 1929 am Großen Sklavensee, Kanada) war ein deutscher Politologe, Abenteurer und Reiseschriftsteller. Kurt Faber erblickte in Mülhausen als Sohn eines pfälzischen Lehrers die Welt und wuchs in Lambrecht auf. Vor dem Abitur brach er den Schulbesuch ab und begann eine Buchhändlerlehre, die er jedoch ebenfalls aufgab, um stattdessen auf Reisen zu gehen.
1901 begab er sich nach New York und heuerte 1902 auf dem Walfänger Bowhead in San Francisco an, auf dem er mehrere Jahre unter großen Strapazen arbeitete. Ein Fluchtversuch von der Bowhead wurde mit Waffengewalt verhindert. Die Bowhead fror mehrere Winter im Eis bei der Herschelinsel im Nordmeer ein. Von dort aus gelangte er als erster Europäer mit Hilfe von Eskimos nach mehreren tausend Kilometern Fußmarsch nach Edmonton.
Auf seinen nächsten Reisen lebte er von den Einnahmen aus Gelegenheitsarbeiten an den jeweiligen Orten und arbeitete teilweise unter großen Entbehrungen als Seemann, Baumwollpflücker, Bäcker, Minenarbeiter und Krankenpfleger. Zeitweilig fuhr er als Hobo illegal auf Zügen in den Vereinigten Staaten mit und wurde als Tramp inhaftiert. Spätere Reisen führten ihn nach Australien und Südamerika, wo er auf dem Segler „Selena“ anheuerte und mit ihr Kap Hoorn umrundete.
Zwischendurch kehrte er mehrmals wieder in seine Heimat zurück und holte das Abitur nach. Über seine Reisen schrieb er Beiträge in deutschen Zeitungen und veröffentlichte sie außerdem in Buchform. Faber studierte Politikwissenschaften in Tübingen und promovierte. Nach seinem Studium setzte er seine Reisen weiter fort und wurde Zeitungskorrespondent. 1925 wurde Faber Mitglied der NSDAP.
Faber starb nach einem Kälteeinbruch am Großen Sklavensee in Nordkanada im Alter von 46 Jahren. Seine von Tieren angefressene Leiche wurde von Eskimos am 26. Februar 1929 am Hay River, etwa 25 km vom Großen Sklavensee entfernt gefunden.

Textauszug des Wikipedia-Artikels