Zwangsarbeiterlager

Zwangsarbeitslager

Überall im damaligen Deutschen Reich wurden Zwangsarbeiter beschäftigt. Die meisten von ihnen waren Kriegsgefangene. In Neustadt und den Ortsteilen lebten insgesamt ca. 2645 Zwangsarbeiter, Fremdarbeiter genannt, aus Polen, Russland, Finnland, Frankreich, Italien und aus der Tschechoslowakei. Rund 200 Menschen wurden als „verstorben“ registriert. Im ländlichen Gebiet waren sie häufig bei Bauern und Winzern untergebracht und waren damit zwangsläufig besser gestellt. (siehe auch unter „Friedhof“) Die meisten der Zwangsarbeiter wurden in Lagern untergebracht, wie z. B.:

  • Im Bereich der Heidmühle (Böbig) Kleingartenanlagen ein „Russenlager“ (heute Fundamentreste in Kleingartenanlage)
  • Im Bereich der Festwiese/Wallgasse ein „Franzosenlager“ (Malzfabrik)
  • In der Gimmeldinger Straße 65 (heute Firmengelände)
  • In der ehemaligen Tuchfabrik Firma Oehlert, Schöntal
  • In der IBAG (heute Firmengelände)

Anzahl der Zwangsarbeiter in den Ortsteilen: Diedesfeld (50), Duttweiler (75), Geinsheim (60), Haardt (75), Lachen-Speyerdorf (400), Mußbach (210).

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Verhalten gegenüber Kriegsgefangenen

Historischer Kontext

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden im Deutschen Reich und den von der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg besetzten Gebieten zwischen sieben und elf Millionen Menschen der Zwangsarbeit unterworfen. Ziele der Zwangsarbeit waren unter anderem:

  • Arbeitsersatz der durch den Kriegseinsatz in der Wehrmacht in Deutschland fehlenden Männer
  • Einsparungen für deutsche Firmen, da Zwangsarbeiter günstiger als reguläre Arbeiter waren
  • Erhöhung der Staatseinnahmen, durch von der Industrie zu übernehmende Verleihgebühren und „Ausländersonderabgaben“
  • Vernichtung durch Arbeit

Wikipedia-Eintrag zur NS-Zwangsarbeit