Friedhof

Der Neustadter Friedhof

Denkmäler und Gräberfelder erinnern an Kriege und mahnen zum Frieden, wie zum Beispiel:

  • Denkmal zur Erinnerung an die Toten des Krieges 1870/71
  • Denkmal 1. Weltkrieg 1914-1918 und Gräberfeld (Text: Die Heimat ihren Söhnen)
  • Denkmal 2. Weltkrieg und Gräberfeld, errichtet zum Volkstrauertag am 17. November 1963
  • Mahnmal zum Gedenken an die 30 Neustadter Juden, die am 22. Oktober 1940 ins Internierungslager Gurs/Südfrankreich deportiert wurden. Der sogenannten „Bürckel-Aktion“ sind insgesamt 825 jüdische Bürgerinnen und Bürger aus der Pfalz zum Opfer gefallen. Die 12 Basaltsteine von Bildhauer Tobias Hilswirtt wurden am 12. September 1995 enthüllt. Die Inschrift lautet: „Das Geheimnis der Erinnerung ist die Versöhnung. Wir trauern um die von den Nationalsozialisten ermordeten jüdischen Bürger unserer Stadt“.
  • Gräber von Zwangsarbeitern: Erhalten ist der Grabstein des 12jährigen polnischen Mädchens Miroslawa Cybulska (Eingang Lincolnstr., links). In diesem Areal wurden ca. 100 Zwangsarbeiter beigesetzt.
  • Grabstelle des ehemaligen Gauleiters Josef Bürckel
Grabstein Miroslawa Cybulska

Grabstein Miroslawa Cybulska

Gedenkstein an die 30 Neustadter Juden

Gedenkstein an die 30 Neustadter Juden

Gedenktafel

Gedenktafel

Dokumente zum Download

Rheinpfalz 1987: „Gedenksteine auf dem Neustadter Friedhof

Historischer Kontext

Briefwechsel der Technokraten der Vernichtung

Anweisung Himmlers an den Statistiker Korherr …
Der Reichsführer-SS Feld-Kommandostelle 10.4.1943
Persönlicher Stab Tgb. Nr.
[Stempel: Geheime Reichssache]
V.
2 Ausfertigungen
2. Ausfertigung

An den Inspekteur für Statistik, PG. Korherr B e r l i n

Der Reichsführer SS hat Ihren statistischen Bericht über "Die Endlösung der europäischen Judenfrage" erhalten. Er wünscht, dass an keiner Stelle von "Sonderbehandlung der Juden" gesprochen wird . Auf Seite 9, Punkt 4, muß es folgendermaßen heißen: "Transportierung von Juden aus den Ostprovinzen nach dem russischen Osten: Es wurden durchgeschleust durch die Lager im Generalgouvernement ... durch die Lager im Warthegau ..."

Eine andere Formulierung darf nicht genommen werden. Ich sende das vom Reichsführer-SS bereits abgezeichnete Exemplar des Berichtes zurück mit der Bitte, diese Seite 9 entsprechend abzuändern und es wieder zurückzusenden.

SS-Obersturmbannführer

1 Anlage

Begleitschreiben: Korherr an Brandt …
Der Inspekteur für Statistik Berlin W 35, 19.4.1943
Tgb.Nr. 48/43 geh.Rs. Potsdamer Straße 61
[Stempel: Geheime Reichssache]

SS-Obersturmbannführer Dr. B r a n d t

Pers. Stab Reichsführer-SS B e r l i n

Lieber Pg. B r a n d t !

Mein kürzlicher Bericht über die Endlösung der Judenfrage mit 16 Seiten Umfang war von mir zur Berichtung am den RF erstellt worden, wie mir der RF mündlich befohlen hatte. Gemäß dem neuem Befehl des Reichsführers von 1.4.1943 an den Chef der Sicherheitspolizei und den SD zur Erstellung eines gekürzten Berichts zur Vorlage an den Führer mit eindeutiger Bilanz habe ich vor einigen Tagen dem Reichssicherheitshauptamt den in Abschrift beifolgenden Bericht von 6 1/2 Seiten zur Einarbeitung in seinen Gesamtbericht zugeleitet.

Ich darf dazu, falls der RF nicht ganz einverstanden sein sollte, bemerken, eine eindeutige Bilanz für einen festen Zeitraum für das ganze heutige Reich läßt sich trotz allen vergossenen Schweißes nicht erstellen. Ich habe darum neben einer Gesamtbilanz mit wechselndem Anfangszeitpunkt ver- schiedene Teilbilanzen gebracht. Die vorhandenen verschiedenen Anfangs- und Schlußzahlen differieren z.T. um hunderttausende von Juden.

Die vorhandenen Juden lassen sich auch mit den vorhandenen Unterlagen nicht, wie es wün- schenswert wäre, nach Juden Im Arbeitseinsatz, in KL's, im Altersghetto, in privilegierter Mischehe teilen, sodaß der verbleibende Rest sofort für die Evakuierung zur Verfügung steht. Sowohl beim Arbeitseinsatz wie in den KL's lassen die bisherigen Unterlagen keine zuverlässigen Schlüsse bezüglich der räumlichen Zugehörigkeit der Juden (von der Staatsangehörigkeit abgesehen) zu. Darum mußte ich hier eine eindeutige Bilanz vermeiden, doch geben die Zahlen an sich einen brauchbaren Anhaltspunkt.

1 Anlage

g.Rs.

H e i l H i t l e r

Himmler an die SiPo und SD-Leitstellen
... Der Reichsführer SS Feld-Kommandostelle, 9. November 1943

[2] Tgb.-Nr. 1573/43

G e h e i m e R e i c h s s a c h e !

FP/V.

3 Ausfertigungen
3. Ausfertigung

An den Chef der Sicherheitspolizei und des SD B e r l i n

Ich habe den statistischen Bericht des Inspekteurs für Statistik über die Endlösung der Judenfrage erhalten. Ich halte diesen Bericht als allenfallsiges Material für spätere Zeiten, und zwar zu Tarnungszwecken für recht gut. Im Augenblick darf er weder veröffentlicht noch weitergegeben werden. Das Wichtigste ist mir nach wie vor, daß jetzt an Juden nach dem Osten abgefahren wird, was überhaupt nur menschenmöglich ist. In den kurzen Monatsmeldungen der Sicherheitspolizei will ich lediglich mitgeteilt bekommen, was monatlich abgefahren worden ist und was zu diesem Zeitpunkt noch an Juden übrig blieb.