Kurhaus Kohler

Das Kurhaus Kohler

Waldstraße (heute Wohnhaus)
Im Kurhaus Kohler war seit April 1941 der spätere französische Außenminister Robert Schuman interniert. Ihm gelang nach 16 Monaten Gefangenschaft im August 1942 die Flucht in seine Heimat.

Hermann Hill berichtet, der damalige Besitzer Peter Kohler und dessen Oberkellner Georg Geist hätten erzählt, Geist hätte Robert Schuman kurz vor seiner Flucht geschildert, wie man ohne Gefahren über die Grenze nach Frankreich kommen könnte.

Robert Schuman sei nach dem Krieg als Urlauber nach Neustadt und ins Hotel Kohler zurück gekommen.

Ein weiteres Beispiel aus Speyer für Hilfe in der NS-Zeit: Über 18 Monate, bis zum 23. März 1945, verbrachte der Speyrer Jude Berthold Böttigheimer in seinem Versteck. Nach seiner Flucht aus dem Konzentrationslager Dachau hielt ihn eine Bürgerin in ihrem Haus in Speyer versteckt und versorgte ihn mit Lebensmitteln. Am 23.03.1945 verließ er sein Versteck und ging den amerikanischen Befreiungstruppen entgegen. 1980 verstarb Böttigheimer und fand seine letzte Ruhestätte auf dem Judenfriedhof in Speyer.

Kurhaus Kohler. Quelle: Stadtarchiv NW

Kurhaus Kohler. Quelle: Stadtarchiv NW

Historischer Kontext

Oskar Schindler
Der Kaufmann Oskar Schindler kam Ende 1939 ins polnische Krakau und übernahm dort zwei jüdische Betriebe zur Fabrikation von Emailliewaren. Er beschäftigte überwiegend jüdische Arbeiter, die er damit vor der Deportation bewahrte.

Schindler nutzte dabei seine gute Beziehungen zu Freunden in hohen Regierungsämtern. Er erkämpfte so die Einrichtung einer Zweigstelle des Lagers Plaszow auf seinem Firmengelände. In Schindlers Fabrik arbeiteten 900 Juden, darunter auch Personen, die den Arbeitsanforderungen nicht gewachsen waren.

Im Oktober 1944 wurde ihm erlaubt, seine Fabrik in Brünnlitz neu zu gründen und die jüdischen Arbeiter mitzunehmen. Es gelang ihm etwa 700 bis 800 jüdische Männer vom Lager Groß-Rosen und etwa 300 jüdische Frauen von Auschwitz nach Brünnlitz zu überführen. In Brünnlitz bekamen die Juden zu essen, wurden medizinisch versorgt und durften ihre Religion ausüben.

Nach dem Kriege wurde ihm von der israelischen Regierung 1962 gestattet einen Baum mit seinem Namen im Garten der Gerechten von Yad Vashem zu pflanzen. 1992 setzte Steven Spielberg mit dem Film „Schindler’s List“ Oskar Schindler ein Denkmal. Bei der Verleihung der „Golden Globes“ wurde „Schindlers Liste“ für den besten Film, den besten Regisseur und das beste Drehbuch des Jahres ausgezeichnet.

Wikipedia-Eintrag zu Oskar Schindler