Parteilokale

Parteilokale

Parteilokale in Neustadt:
NSDAP: „Fröhlich Pfalz“ in der Friedrichstraße 33 (heute: abgerissen, Parkplatz vor dem Konfetti)
KPD: „Krone“ in der Hintergasse 26 (heute: Gaststätte „Novalis“ Inhaber Wässa. In einem Nebenraum wurden Versammlungen abgehalten. Max Höltz sprach hier und die Schalmeienkapelle übte hier. Im Volksmund wurde das Lokal „Blutiger Knochen“ genannt.
SPD: „Zum Rathaus“ in der Rathausstraße 11 (heute: Restaurant „Viet“; die Beschriftung „Zum Rathaus“ ist noch zu lesen) Die SPD versammelte sich meistens in der Gaststätte „Zum Rathaus“. Vermutlich war dort am 16. April 1848 schon der Neustadter Arbeiterverein, im September 1864 ein „Arbeiter-Bildungsverein“ und am 14. Februar 1875 die Sozialdemokratische Arbeiterpartei gegründet worden, die Vorgänger der heutigen SPD.

Parteilokal der SPD

Parteilokal der SPD

Verbot marxistischer Organisationen

Verbot marxistischer Organisationen

Dokumente zum Download

Verbot marxistischer Organisationen

Historischer Kontext

Parteien in der Weimarer Republik
Obwohl die Parteien teilweise ihren Namen wechselten, ähnelten sie doch größtenteils denen des Kaiserreichs. Hinzu kamen mit der KPD als Abspaltung von der Sozialdemokratie und mit der NSDAP und anderen einige Parteien, die den linken und rechten „Rand“ der deutschen Gesellschaft ausweiteten. Im Folgenden werden die wichtigsten Parteien des Reichstags der Weimarer Republik beginnend von der äußeren Linken bis zur äußeren Rechten aufgeführt:
KPD
Die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) war die Partei der Kommunisten. Sie war zum Jahreswechsel 1918/19 aus dem Spartakusbund und anderen linksrevolutionären Gruppen hervorgegangen. Nach der Ermordung ihrer charismatischen Führungsgestalten Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht am 15. Januar 1919 und daran anschließend verschiedenen ideologischen Kontroversen innerhalb der Partei Anfang der 1920er Jahre orientierte sich die KPD ab 1925 unter dem Vorsitz Ernst Thälmanns am stalinistischen System der UdSSR. Im Zuge der sozialen und wirtschaftlichen Krisen ab Ende der 1920er Jahre erlangte sie am Ende der Weimarer Republik eine stärkere Bedeutung im Reichstag (1932 16,9 % der Wählerstimmen und 100 Reichstagsmandate), war jedoch nie an einer Regierung beteiligt.

SPD
Die Sozialdemokraten waren an der Gründung der Weimarer Republik wesentlich beteiligt und stellten mit Friedrich Ebert den ersten Reichspräsidenten. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) bildete zusammen mit der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD) den Rat der Volksbeauftragten und führte die erste Reichsregierung der Weimarer Republik bis 1920 an.

DDP
Die Deutsche Demokratische Partei (DDP) war die Partei der Linksliberalen. Sie war Mitglied der Weimarer Koalition. Mit der Zeit verlor sie an Bedeutung. 1930 vereinigte sie sich mit dem Jungdeutschen Orden zur Deutschen Staatspartei (DStP). Ein bekanntes Mitglied der DDP war der Pazifist Ludwig Quidde, der 1927 den Friedensnobelpreis erhielt.

Zentrum
Das Zentrum blieb die Partei des politischen Katholizismus. In ihr versammelte sich ein politisch breit gefächertes Klientel, das von der christlichen Arbeiterbewegung bis zu katholisch-konservativen Kreisen reichte. Das Zentrum unterstützte die Republik und gehörte mit SPD und DDP zur Weimarer Koalition.

DVP
Die Deutsche Volkspartei (DVP) war die neue Partei der Nationalliberalen. Ihr bedeutendstes Mitglied war Gustav Stresemann, der als Außenminister in den 1920er Jahren die Partei, die einen starken antirepublikanischen Flügel hatte, mit der demokratischen Staatsform versöhnte. Nach dessen Tod driftete sie nach rechts.

BVP
Die Bayerische Volkspartei (BVP) war eine bayerische Regionalpartei, die dort die Position des Zentrums einnahm. Sie stand etwas rechts vom Zentrum und spielte auch in der nationalen Politik eine Rolle.

CSVD
Der Christlich-Soziale Volksdienst (CSVD) versuchte eine Art protestantisches Gegenstück zum Zentrum zu werden. Er entstand 1929 durch Zusammenschluss verschiedener kleinerer protestantischer Parteien, denen die DNVP zu sehr die Interessen von Großkapital und Großgrundbesitz vertrat. Er vertrat überwiegend konservative Vorstellungen und befürwortete einen Ständestaat.

DNVP
In die Deutschnationale Volkspartei (DNVP) wechselten die protestantischen Konservativen. Sie kämpfte gegen das demokratische System. Die DNVP unterstützte bei der Reichspräsidentenwahl 1925 Paul von Hindenburg. Zum Ende hin arbeitete sie mit der NSDAP zusammen (vgl. Harzburger Front, Young-Plan). Eines ihrer bedeutendsten Mitglieder war der Medienzar Alfred Hugenberg.

NSDAP
Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP), die 1920 aus der Deutschen Arbeiterpartei (DAP) hervorging, vertrat entschieden antidemokratische, faschistische, völkisch-nationalistische und rassistische, vor allem antisemitische Positionen. Nach dem gescheiterten Hitler-Ludendorff-Putsch von 1923, machte sie sich unter ihrem Führer Adolf Hitler auf den Weg zur legalen „Machtergreifung“, wobei sie auf den Straßenterror ihrer paramilitärischen Kampftruppe SA ebenso zurückgriff wie auf die finanzielle Unterstützung von Teilen der Großbourgeoisie der späten 1920er Jahre. Zunächst eine Splitterpartei, wuchs ihr Wählerpotenzial ab Ende der 1920er Jahre im Zuge der Weltwirtschaftskrise von 1929 rasch an. So wurde sie 1932 zur stärksten Fraktion im Reichstag. Mit der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 endete die erste Demokratie auf deutschem Boden und begann die Diktatur des Nationalsozialismus, das von den Nationalsozialisten so bezeichnete „Dritte Reich“.

Am 23. März 1933 wurde das Ermächtigungsgesetz vom Reichstag beschlossen. Als einzige Partei stimmte, trotz erheblichem Druck der Rechten, die SPD gegen dieses Gesetz. Die KPD war in Folge des Reichstagsbrandes vom 27. Februar schon verboten, ihre Abgeordneten verhaftet, emigriert oder im Untergrund. Im Rahmen der Gleichschaltung wurden die demokratischen Parteien entweder verboten oder lösten sich auf. Am 22. Juni wurde die SPD verboten, am 27. Juni lösten sich die DNVP und die DVP auf und am 4. Juli die BVP. Am 14. Juli trat das „Gesetz gegen Neubildung von Parteien“ und am 1. Dezember das „Gesetz zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat“ in Kraft.

Textauszüge aus: Wikipedia