Weinstraßenstein

Weinstraßenstein

Mußbacher Kreisel
Der Bildhauer Bernd aus Neustadt wird beauftragt, an alle Stadtgrenzen einen vier Meter hohen „monumentalen Grenzwächter“ mit Weinbau-Motiven aus Haardter Sandstein zu stellen. So zu lesen in der NSZ vom 26. April 1941. Neustadt ist die geografische Mitte der „Deutschen Weinstraße“, die 1935 von Gauleiter Josef Bürckel als touristische Attraktion ausgerufen wurde. Bereits ein Jahr später – 1936 – wurde das monumentale „Deutsche Weintor“ in Schweigen nach nur acht Wochen Bauzeit errichtet. Anlässlich des Deutschen Weinlesefestes wurde jährlich in Neustadt der jeweilige Jahreswein von den Bürgern „getauft„.

Die Taufnamen der Jahre:

  • 1931 „Kriesling
  • 1932 „Ankurbler
  • 1933 „Gleichschalter
  • 1934 „Volltreffer
  • 1935 „Rassereiner
  • 1936 „Rekrut
  • 1937 „Bomber
  • 1938 „Friedenstropfen

Danach entfällt die Namensgebung bis 1947.

Weinstraßenstein Mussbacher Kreisel

Weinstraßenstein Mussbacher Kreisel

Bilder Deutsche Weinstraße

Bilder Deutsche Weinstraße

Historischer Kontext

Geschichte der Deutschen Weinstraße
Seit 1935 durchzieht die Deutsche Weinstraße das zweitgrößte Weinbaugebiet Deutschlands (die frühere „Rheinpfalz“, heute „Pfalz“) und ist damit die älteste Weinstraße hierzulande. Die wirtschaftliche Situation in den deutschen Weinbaugebieten zwischen 1918 und 1930 war durch die französische Besetzung geprägt. Der Handel in das freie Reichsgebiet war seitens Frankreich Hemmnissen unterworfen; zudem besaßen die deutschen Weine in Frankreich einen äußerst geringen Bekanntheitsgrad.

Mit der Einrichtung der Deutschen Weinstraße ließen sich innerhalb kurzer Zeit Fremdenverkehr und Weinabsatz steigern, ohne dass große Kosten entstanden; die Wirkung hält bis heute an. Mit dem Namen Deutsche Weinstraße versah man denjenigen Straßenzug, der die meisten Weinbaugemeinden entlang der Haardt miteinander verband, wobei sämtliche Ortsdurchgänge auf dieser Route in Weinstraße umzubenennen waren. Die an der neuen Deutschen Weinstraße gelegenen Ortschaften konnten von nun an den Zusatz an der Weinstraße führen.

Am 10. Oktober 1935 fand auf der gewählten Strecke eine Besichtigungsfahrt statt. Dabei wurden die Straßenabschnitte, die sich in schlechtem Zustand befanden, direkt ausgebessert, damit die offizielle Eröffnungsfahrt zehn Tage später reibungslos vonstatten gehen konnte. Am 19. Oktober 1935 wurde die Deutsche Weinstraße vom damaligen Gauleiter Josef Bürckel in Bad Dürkheim mit einem Festakt feierlich eröffnet. Am 20. Oktober, einem Sonntag, an dem deutschlandweit das Fest der Traube und des Weines begangen wurde, fand auf der Deutschen Weinstraße eine Eröffnungsfahrt von Schweigen nach Kleinbockenheim statt, an der 300 Kraftfahrzeuge teilnahmen.

Der Eröffnung folgten einige Ergänzungsvorhaben, die aber nur zum Teil umgesetzt wurden. So entwarf die Abteilung Volkskunst der Pfälzischen Landesgewerbeanstalt (Kaiserslautern) eine einheitliche Beschilderung, die aber nie installiert wurde. Im Januar 1937 gab es den Aufruf „An jedem Haus eine Rebe“ zum Schmücken der Deutschen Weinstraße mit passenden Traubensorten, welche die Bürgermeister für ihre Orte bei der Obst- und Weinbauschule (Neustadt) bestellen mussten. Des weiteren wurden Weinpartnerschaften der Anrainer-Orte an der Deutschen Weinstraße mit anderen deutschen Städten geschlossen.

Wikipedia-Eintrag zu „Deutsche Weinstraße