Mahnwache, Stolpersteinreinigung und Lichterflashmob zum 27. Januar 2022

Mahnwache, Stolpersteinreinigung und Lichterflashmob zum 27. Januar 2022

Am 27. Januar trafen sich die Vorstandsmitglieder des Vereins „Gedenkstätte für NS-Opfer in Neustadt e. V.“ um 18 Uhr im Rathausinnenhof um der Opfer des Holocaust zu gedenken.

Hierzu erklärt der Vorsitzender der Gedenkstätte Kurt Werner: „Dieses stille Gedenken soll dazu dienen, diesen wichtigen Tag in der Gedenk- und Erinnerungskultur trotz der derzeitigen Pandemielage nicht einfach verstreichen zu lassen. Der Verein hofft, im nächsten Jahr wieder eine Großveranstaltung mit Begleitprogramm zu diesem wichtigen Datum organisieren zu können.“ Obwohl diese Mahnwache eigentlich im kleinen Rahmen geplant worden war, fanden sich fast 70 Personen am Rathaus ein, um den Ansprachen von Bürgermeister Stefan Ulrich und Kurt Werner beizuwohnen. Der Vereinsvorsitzende freute sich sehr über die Anzahl der Teilnehmenden. Besonders die Tatsache, dass sich auch Schülerinnen und Schüler verschiedener Neustadter Schulen einfanden und sich aktiv an der Mahnwache beteiligten, sie lasen einen Text von Dietrich Bonhoeffer vor, zeigte allen Anwesenden, dass Engagement wider das Vergessen immer noch sehr wichtig ist.

Sehr spontan kam es an diesem Tag auch zu einer Kooperation mit dem THW Neustadt: Die Bundesfreiwilligendienstleistenden hatten sich entschieden tagsüber in der Innenstadt Stolpersteine zu putzen. Kurzentschlossen beteiligten sich auch unsere „BufDi“ und unser Schülerpraktikant daran. Neben dem Reinigen der Steine klärten die beiden die anderen über einige Schicksale der Opfer und ihrer Familien auf. Im Gegenzug halfen die Bundesfreiwilligen des THWs der Gedenkstätte mit einer großen Leiter aus und halfen dabei die Pappel hinter der Gedenkstätte für den Abend mit Lichterketten zu versehen.

Zeitgleich zur Mahnwache in der Innenstadt beteiligte sich die Gedenkstätte auch 2022 wieder an der Aktion #LICHTERGEGENDUNKELHEIT. Dieser sogenannte „Lichterflashmob“ wird seit 2020 deutschlandweit von der „Topografie des Terrors“ in Berlin koordiniert. Beteiligen können sich alle Gedenkstätten und Erinnerungsorte indem sie Teile ihrer Gebäude oder markante Mahnmale mit Lichtern in Szene setzen. Dieses Jahr entschied die Neustadt Gedenkstätte die rote Pappel, welche hinter dem ehemaligen Arrestgebäude steht mit Lichtern und Kerzen zu illuminieren.  

#LICHTERGEGENDUNKELHEIT findet hauptsächlich digital in den sozialen Medien statt. Die illuminierten Gedenkstätten können unter www.lichter-gegen-dunkelheit.de/ angeschaut werden.
Am 27. Januar 1945, wurde das Konzentrationslager Auschwitz von sowjetischen Truppen befreit. Im KZ Auschwitz wurden während des Nationalsozialismus etwa 1,5 Millionen Juden sowie viele tausende Sinti, Roma und Polen umgebracht. Auch Kriegsgefangene und Häftlinge unterschiedlicher Nationalitäten wurden hier gefoltert, gequält und ermordet.

Die Ansprache von Kurt Werner gibt es HIER

Link zum Wochenblatt-Artikel: Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus 2022: Lichter gegen Dunkelheit – Neustadt/Weinstraße (wochenblatt-reporter.de)


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